03.03.2022

Der Ukraine-Krieg ist zurzeit das beherrschende Thema in den Medien. Dabei taucht oft die Frage auf, ob es durch die politische Lage auch zu einer Gasknappheit kommen kann.

Immerhin stammen 55 Prozent des in Deutschland importierten Erdgases aus Russland. Um Einzelanfragen vorweg zu nehmen, möchten wir hier die wichtigsten Fragen beantworten:

Welche Auswirkungen auf die derzeitige Versorgungssicherheit hat der Krieg in der Ukraine?

Für die aktuelle Heizperiode besteht keine Gefahr für die Versorgungssicherheit unserer Kunden. So hat es bisher noch keine Hinweise gegeben, dass Lieferverträge nicht eingehalten werden können. Die deutschen Gasspeicher sind ausreichend befüllt, um den Bedarf der nächsten Monate zu decken.

Langfristig sind sich Branchenvertreter und Politiker bewusst, dass man für zuverlässige Gaslieferketten sorgen muss. So wird Deutschland den Bezug von flüssigem Erdgas verstärken. Damit wird der Import von Gas per Schiff aus allen Weltregionen möglich. Zudem ist es nötig, die politischen Ziele anzupassen, was dazu führen kann, dass die Versorgungssicherheit vorübergehend Vorrang vor einmal gefassten Klimazielen bekommt.

Sind die steigenden Energiepreise eine Folge des Kriegsgeschehens?

Die Energiepreise sind bereits vor dem Beginn des Krieges gestiegen. Diese Entwicklung besteht schon seit dem vergangenen Jahr. Grund dafür waren verschiedene Faktoren, unter anderem die steigenden Preise für die Emissionszertifikate.

Zudem sind auch in 2021 die Energiepreise auf den Großhandelsmärkten deutlich gestiegen. Der Grund dafür war vor allem der steigende Energiebedarf. Nach dem durch Corona bedingten Stillstand hat die Weltwirtschaft wieder Schwung bekommen, was zu einem allgemein hohen Preisniveau führte.

In 2022 sind aufgrund der politischen Spannungen mit Russland zudem die Gasmengen knapp geworden. Die Energieausbeute aus erneuerbaren Energien war zudem sehr schwankend. Natürlich wird Gas nicht nur für die Wärme-, sondern auch für die Stromproduktion benötigt. Und so löste die Unsicherheit über zukünftige russische Gaslieferungen Preisspitzen im gesamten europäischen Energiehandel aus.

Inwieweit sorgt das Krisengeschehen für eine Änderung auf dem Energiemarkt?

Zurzeit kann noch nicht beurteilt werden, ob die Eskalation in der Ukraine langfristig dazu führt, dass sich die Gasflüsse aus Russland in Richtung Europa verringern. Bisher erfüllt Russland die vereinbarten Lieferzusagen. Von Seiten der Bundesregierung gibt es jedoch konkrete Pläne, die dazu beitragen sollen, eine größere Unabhängigkeit von russischem Gas herbeizuführen.

Langfristig sind sich Branchenvertreter und Politiker bewusst, dass man für zuverlässige Gaslieferketten sorgen muss. So wird Deutschland den Bezug von flüssigem Erdgas verstärken. Damit wird der Import von Gas per Schiff aus allen Weltregionen möglich. Zudem ist es nötig, die politischen Ziele anzupassen, was dazu führen kann, dass die Versorgungssicherheit vorübergehend Vorrang vor einmal gefassten Klimazielen bekommt.

Kann es in der jetzigen Situation zu weiteren Insolvenzen von Energieversorgern kommen?

Besonders Energie-Discounter kaufen ihre Energiemengen in erster Linie kurzfristig auf dem Spot-Markt ein, deshalb geraten sie bei einem Anstieg der Marktpreise schneller unter Druck. Das kann auch weitere Insolvenzen nach sich ziehen. Kommunale Energieversorger bieten eine größere Sicherheit, da sie in ihrem Einkauf weniger spekulativ handeln und ein Risikomanagement betreiben.

Unsere Kunden profitieren von einer zuverlässigen Energieversorgung zu stabilen Preisen – auch in Krisenzeiten –, denn wir stehen zu unserer Aufgabe der Daseinsvorsorge. Durch die Liberalisierung des Energiemarktes gab es bei Kunden einen Trend zum „Versorger-Hopping“, um sich den günstigsten Preis und den höchsten Wechselbonus zu sichern. Viele Kunden haben jetzt erleben müssen, dass das riskant ist. Wir können nur dazu raten, solche Risiken derzeit nicht einzugehen. Und dafür stehen wir als „sicherer Hafen vor Ort“ bereit, diese Kunden wieder aufzunehmen.

Sollten Sie weitere Fragen zum Thema haben, schicken Sie sie bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.